Montag, Mai 24, 2010

Das Buju in Erfurt



Ich komme gerade von drei spannenden Tagen auf dem Buju in Erfurt zurück. Es war schon meine zweite Einladung zu diesem Festival, aber das erste Mal, dass ich in meiner Volxbibel-Lesung die ganze Bibel, und nicht nur das NT, vorstellen konnte.

Mich hat das Buju echt total geflashed. Es wundert mich eigentlich, dass so wenig da drüber in christlichen Kreisen bekannt ist. Denn es ist wohl der mit Abstand größte christliche Jugendevent in ganz Deutschland. Wobei ich mich frage, ob es überhaupt ein weltliches Festival gibt, wo fast 4000 Teens zusammen kommen? Ich kenne keins!

Kurz zusammen gefasst: Das Buju ist ein Jugendtreffen der Freien Evangelischen Gemeinden, welches alle drei Jahre durchgeführt wird. Die Freien Evangelischen Gemeinden sind eine Freikirche mit 420 Ortsgemeinden und ca. 36.000 Mitgliedern.

Ich haben den Jugendreferenten der FeG Andreas Schlüter (man kann auch sagen „Leiter der Jugendarbeit für Deutschland“) auf einigen Treffen schon früher einmal kennen und schätzen gelernt. Ein hammer Prediger, Vater von vier Jungs, mit einem riesen Herz für Jesus und seine Leute.

Die Veranstaltung fand das erste Mal auf der Messe in Erfurt statt und kostete pro Teilnehmer 70 – 95 Euro.

Man kann es schwer beschreiben, aber die Atmosphäre auf dem ganzen Ding war einfach gigantisch. Sicher hätte ich (als Obercharismat) die Gottesdienste an manchen Stellen etwas freier gestalten wollen, aber alle Predigten waren sehr gehaltvoll und auch thematisch hat das Buju wirklich ins Schwarze getroffen. Das Thema war diesmal „Unkaputtbar“ (schönes Wort, fast volxbibelisch…), mit dem Untertitel „Glauben, Lieben, Hoffen“. Jedem Tag wurde ein Überschrift zugeordnet, wo es dann in den Predigten und Seminaren Schwerpunktmäßig drum ging. Dazu gab es viele kreative Räume, einen Kaffee/Cocktailbar-Bereich (ständig überfüllt), Stände und auch Sportmöglichkeiten (Basketball, yeahh!).

Auf jeden Fall sucht diese Veranstaltung ihres Gleichen. Wer schafft es denn drei Tage so zu gestalten, dass derart sauviele Jugendliche kommen, es keine Besäufnisse oder Kiffaktionen gibt (ich hab vielleicht 5 Kids rauchen sehen, dass war es schon) und es dabei so super jesusmäßig abgeht? Da kann ich nur laut „RESPEKT“ rufen.

Mittwoch, Mai 19, 2010

Volxbibeln für den Jugendknast!



Ich bekam heute eine Nachricht von einem jungen Mann, der selbst mit 18 Jahren kurz vor der Alkohol- und Drogenabhängigkeit, im wahrsten Sinn, von einem Straßenmissionar von der Straße durch Jesus gerettet worden ist.
Er ist Mitglied im internationalen Gideon Bund, einer Vereinigung von Menschen, die die Botschaft von Christus in Form von Bibeln weltweit verbreiten. Ihr kennt die Gideonbibeln bestimmt aus der Jugendherberge oder dem Hotel. Seit diesem Jahr ist er in einer Jugendarrestanstalt (JAA) für Jesus unterwegs und hat festgestellt, dass die Jugendlichen dort mit der Volxbibel am besten klar kommen! 700 Euro haben wir bereits zusammen, es fehlen uns noch einmal 700 Euro.
Wer 10, 20 oder mehr Euros dazu geben kann, soll sich bitte bei mir melden martin @ volxbibel.de (ohne Leerzeichen).

Hier kann man jetzt über Pay Pal Spenden:








Martin im jüdischen Museum in Berlin


Ich war gestern im jüdischen Museum in Berlin. Da ich ja in den letzten zwei Jahren das Alte Testament vervolxbibelt habe, war ich an der Geschichte der Juden gerade sehr nahe dran. Von außen erahnt man, dass schon alleine das Bauwerk total beeindruckend ist. Nach Betreten des Museums geht man durch viele verschachtelte Gänge, an Bildern, Figuren, Schaukästen und Videoinstallationen vorbei.

Ich hab versucht in meinem Handy Erkenntnisse, Highlights und andere Dinge festzuhalten, die mich bei dem Besuch bewegt haben.

1.) Der Sabbat der Juden war vor allem eine Feier, wo man sich an die Erschaffung der Welt erinnern wollte (war mir neu, ich dachte eher an die Tatsache, dass Gott sagte: An diesem Tag sollt ihr ruhen).
2.) Der Erfinder der Jeans war ein Jude (Levi Strauss)
3.) Mose bekam nach jüdischer Tradition nicht nur die 5 Bücher Mose und die schriftliche Thora auf dem Berg Sinai von Gott, sondern auch eine so genannte mündliche Thora.
4.) Speyer war mal ein sehr wichtiges jüdisches Zentrum in Europa (ich kenn es nur von der Bill Johnsen Konferenzen und der Vineyard Gemeinde)
5.) Generell hab ich Informationen zum Judentum im Mittelalter vermisst, dass hätte mich interessiert
6.) Die vielen Schulklassen nerven total. Die meisten Schüler sind dort nur, weil sie es müssen und sind dementsprechend uninteressiert.
7.) Der Kaffee im Zwischendeck schmeckte sensationell
8.) Der Spruch „Wir sind ein Volk“ stammt ursprünglich von den Juden (bei der Wiedervereinigung wurde aus „ein“, „das“)
9.) Mich hat überrascht, dass relativ wenig Platz für die Judenverfolgung unter den Nazis reserviert war. Nur eine Wand erinnert an die Deportation der Juden, keine KZ Bilder oder ähnliches.
10.) Von den 8000 Männern, die in Auschwitz gearbeitet haben, sind gerade mal 10% verurteilt worden! Das ist wirklich übel. Was haben die anderen 90% nach dem Krieg gemacht, wo sind die gelandet?
11.) Die Angeklagten im Nürnberger Prozess haben kaum Reue gezeigt und hatten vor allem Mitleid mit sich selbst.
12.) Nach Kriegsende will kein Land die Überlebenden des Holocaust aufnehmen! Immerhin dürfen 10.000 jüdische Kinder nach England ausreisen. Das finde ich echt schlimm, denn es ist doch klar, dass die Juden nicht mehr in Deutschland leben wollten.
13.) Am Ende des Museums kann man einen Ausschnitt eines TV Interviews von der Publizistin Hannah Arend sehen. Sie sagt dort über die Judenvernichtung der Nazis: „Das ist nicht mehr gut zu machen. Da ist etwas passiert, womit wir alle nicht fertig werden. Das hätte nie passieren dürfen!“

Für mich fasst dieses letzte Zitat, meine Gefühle ganz gut zusammen, wenn ich an die Judenverfolgung denke. Ich finde es eigentlich unfassbar, dass wir Deutsche, nach diesem grausamen, kalten Verbrechen so schnell wieder auf die Beine gekommen sind und heute eine der größten Wirtschaftsnationen der Welt darstellen. Nicht nur, dass wir zwei Weltkriege angezettelt haben, nein, wir sind auch noch auf so einen bescheuerten Führer reingefallen und haben dem ganz besonderen Volk Gottes so ein unbeschreibliches Leid zugefügt. Eigentlich war jeder Deutsche damit auch ein Täter, denn man hätte sich ja übers das, was Hitler wollte, gut informieren können. Es scheint in der Geschichte der Welt allerdings immer und überall Verfolgung der Juden gegeben zu haben, wie man in dem Museum auch sehen konnte. Das ist krass und aus der Sicht eines modernen Menschen heute eigentlich total unverständlich. Ich vermute hier erstmal geistliche Gründe, aber das würde meinen Bericht sprengen.

Abschließend möchte ich feststellen, dass das jüdische Museum in Berlin eine grundsätzliche Renovierung ganz gut vertragen könnte. Die Art der Ausstellung ist veraltet, viele der technischen Geräte funktionieren gar nicht mehr richtig. Ich hätte mehr Information über die frühe Geschichte der Juden erwartet, dass kam etwas zu kurz. Trotzdem hat sich der Besuch für mich sehr gelohnt.