
Ich hab es mir zu einem Ritual gemacht, Anfangs wenn ich bete Gott erstmal für die Sachen zu danken, die er in meinem Leben bis heute getan hat. Egal wie meine Situation auch gerade ist, wenn ich die vielen guten Dinge noch mal rückwirkend in den Blick bekomme, muss ich ihm einfach danken. Aus dieser dankbaren Perspektive kann ich dann auch viel besser, mit viel mehr Glauben, für die Sachen beten, die vor mir, in der Zukunft, liegen. Die Wunder die Gott getan hat, motivieren mich auch immer extrem und feuern mich an. Darum unterhalte ich mich auch voll gerne mit Leuten über die erste Zeit bei den Jesusfreaks, weil wir in den Jahren wirklich krasse Wunder erlebt haben.
Es gibt auch einen Blick zurück, der mir hilft aus Fehlern zu lernen. Ich habe viele große Fehler im Dienst für Gott getan und hab mich oft gefragt, wie es dazu überhaupt gekommen ist. Wenn ich mein Leben im Rückblick immer mal wieder analysiere, kann es mich vor Fehlern in der Zukunft bewahren.
Allerdings kann es auch eine Form des Rückblicks geben, der zum Stillstand im Glauben führt. Wenn man nämlich immer mit verträumtem Blick zurückschaut, dann wird plötzlich alles viel schöner, als es in Wirklichkeit war. Dann heroisiert man sogar die größten Dummheiten und denkt: „Ach ja, damals! Das war so schön, so wird es nie mehr sein…“.
Ich möchte eigentlich immer nach vorne leben, mich von der Zukunft begeistern lassen, von den Möglichkeiten die das Leben noch so mit sich bringt. Aber ich will auch aus der Vergangenheit lernen und sie nicht vergessen.
Ich komme da drauf, weil ich mir heute ganz bewusst einmal meine letzte Predigt anhören wollte, die ich vor meinem Ausstieg aus dem Dienst bei den Jesusfreaks Hamburg am Abhängabend gehalten hab. Die Predigt stammt vom September 97 und es ging um das Thema „Frieden“.



