Mittwoch, November 03, 2010

Bericht: Einsätze der letzten Tage

Ich komme gerade von einer „Hardcore-Dienst-für-Jesus-Reise“ nach Hause. Dieser Einsatz war eigentlich nicht so geplant, aber ich bekam zufällig drei Anfragen, die sich alle nahtlos an einander gereiht haben. Mit allen Treffen, Gottesdiensten und Meetings wo ich sprechen sollte, kam ich auf neun Einheiten, in acht Tagen, in drei unterschiedlichen Städten in Deutschland.

Die erste Anfrage kam von Tabor aus Marburg. Hier gab es ein Jugendwochenende mit dem Thema „Wohin?“. Ich sollte am letzten Tag eine Predigt halten zum Thema „Wohin, wenn wir in der Wüste sind?“. Für mich war es bemerkenswert, dass Jesus mich hier noch mal meine „Wüstenpredigt“ hervorholen lässt. Ich dachte eigentlich mein „Auftrag“ über dieses Thema zu predigen wäre längst vorbei. Die Konferenz war wirklich gut organisiert, die Veranstalter hatten es echt drauf. Technik, Moderation, Videoeinspielungen, Musik, alles war auf dem neusten Stand und dazu wirklich jesusmäßig. Nach meiner Predigt hatte ich den Eindruck, dass ein Aufruf für Leute, die sich in der Wüste befinden eine gute Idee ist. Es gab sehr viel gutes, offenes und herzliches Feedback. Ich hatte das Gefühl, dieser Einsatz ist ganz gut gelaufen.

Anschließend hab ich mich (wie fast immer wenn ich irgendwo eingeladen werden und es gibt dort eine JF Gruppe vor Ort) mit dem Leitungskreis von Jesusfreaks Marburg getroffen. Die Marburger Jesusfreaks sind gerade in einer echten Umbruchphase und ich hatte gehofft, dort irgendwie etwas unterstützen und helfen zu können. Ob mir das gelungen ist, weis ich nicht.

Danach bin ich mit der Bahn ganz in den Norden, nach Emden gefahren. Der dortige CVJM hatte (mit Unterstützung der ansässigen Gemeinde vor Ort) eine Woche „Jesushouse Lokal“ angesetzt. Es war die einzige von fünf „Jesus-House“ Anfragen an mich, die dann letztendlich auch was geworden ist. An fünf aufeinander folgenden Abenden sollte ich zu bestimmten Themen eine Predigt halten. Ich muss sagen, dass mich das ganze Team dort echt total geflashed hat. Die Organisation war perfekt, die einzelnen Abend alle super durch geplant. Es gab jeden Abend immer eine Zeit, wo die lokale Lobpreisband gute Musik gemacht hat, dann ein Anspiel oder Video, und dann meine Predigt. Aber auch geistlich war die ganze Sache richtig gut. Jeden Tag gab es Vorgebet, ein Seelsorgeteam war am Start, wir haben versucht auf Jesus zu hören und uns von ihm leiten zu lassen. Die fünf Themen waren für mich fest vorgegeben, was für einen Prediger auch immer eine kleine Herausforderung darstellt. Diese Emden-Woche war wirklich sehr intensiv. Wenn man nicht nur für einen Tag (wie sonst meistens) sondern viele Tage hintereinander mit Leuten gemeinsam in einer Gemeinde dient, entstehen in kurzer Zeit ganz tiefe Beziehungen und Freundschaften, besonders zu den Mitarbeitern. Ich hab dieses tolle Team wirklich total lieb gewonnen und war echt beeindruckt von deren Leidenschaft, mit der diese missionarische Veranstaltung im Emden durchgezogen wurde. Alle, bis auf einen, Abend waren super gut besucht, teilweise mussten Stühle nachgestellt werden, weil es so voll war. Am letzten Tag hab ich einen Aufruf gemacht wer sein Leben öffentlich Jesus geben möchte und fast ein Drittel der Leute sind aufgestanden. Schön war auch, dass ich mein eigenes Apartment hatte und mich so in der Nacht immer gut ausruhen konnte.

Die letzte Sache war dann in Freudenstadt. Dort hatte man mich zu einem Wochenende eingeladen, was unter dem Motto „Churchnight 2010. Die Entdeckung deines Lebens“ stand. Veranstalter waren hier der ortsansässige CVJM, das EJW (Evangelisches Jugendwerk) und die ev. Luth. Stadtkirche (wenn ich das richtig mitbekommen habe). Meine „Eintrittskarte“ war unter anderem vermutlich auch der „Reformationstag“, der am Sonntag gefeiert wurde. Auf jeden Fall kam öfters der Bezug „Martin Dreyer/Martin Luther“, obwohl mir dieser „Schuh“ ja eigentlich viel zu groß ist. In der „Churchnight“ räumt die alte Stadtkirche den Platz für die Jugend. Kirchenbänke werden abgeschraubt und durch einen Beamer und eine coole Beleuchtung ersetzt. Schließlich installiert man noch eine Bühne mit großer PA vorne an den Altar. Dort hatte ich zwei Einheiten. Die erste, am Samstagabend, war so eine Mischung aus Lebenszeugnis erzählen, was aus der Volxbibel vorlesen und von Jesus schwärmen. Ich hab wohl gnadenlos überzogen und fast eine Stunde geredet. Aber da die Jugendlichen die ganze Zeit voll gespannt zugehört haben und kaum einer aufgestanden ist um zu gehen, kam ich nicht auf die Idee, dass meine Zeit lange abgelaufen ist. Das Feedback war dann aber echt cool.
Nach mir spielte noch eine „echte“ Jugendband. „Echt“ deshalb, weil das Durchschnittsalter höchstens sechszehn war, total cool. Vor der Kirche hatte man auf dem Hof ein paar alte Sofas aufgestellt und so eine Art „Feuertonnen“ angezündet. Dort konnten wir noch bis spät in die Nacht alkfreiem Punsch schlürfen und mit Leuten quatschen.

Am nächsten morgen kam dann ein letzter Höhepunkt der ganzen Reise: Ich sollte in dieser ganz alten lutherischen Stadtkirche im Sonntag-Morgen-Gottesdienst die Predigt halten! Die Kirche hat zwei im rechten Winkel liegende Kirchenschiffe, sodass man als Prediger immer in beide Richtungen sprechen muss, mal rechts und dann wieder links. Da es Reformationstag war, wurde für die Predigt Römer 3 als Text vorgegeben. Für Luther war dieses Kapitel ja unter anderem eine der Gründe, warum er seine Erkenntnis „Allein aus Gnade“ verkündet hat. Bei der Vorbereitung hatte ich aber den Eindruck, dass diese Botschaft heute gar nicht angesagt ist, wenn man sie für sich alleine stehen lässt. Der Römerbrief macht ja beides klar, einerseits schreibt Paulus von der Gefahr von Sünde („…und am Ende steht der Tod…“), andererseits wird deutlich, dass wir durch unsere Taten nicht gerettet werden, sondern allein aus Gnade, nur durch den Glauben an Jesus. So hatte ich beide Linien in meiner Predigt, die eine, die vor Sünde warnt und die andere, die beschreibt, dass Jesus uns aus Gnade errettet hat. Die Kirche war (Sonntagmorgens!) proppevoll und man konnte voll spüren, dass der Pastor dort eine wirklich sehr gute und gesegnete Arbeit macht. Die Zeit über in Freudenstadt wurde ich von lieben Menschen begleitet, die ich an dem Wochenende total in mein Herz geschlossen habe. In mir hab ich noch lange danach ein "Jesusglühen" gespürt. Leider hatte ich zu wenige Volxbibel Kalender mit, sodass ich nicht allen Mitarbeitern einen als „Dankeschön“ schenken konnte. Freudenstadt war wirklich der krönende Abschluss dieser langen Tour. Auch ein geniales und sehr junges Team, tolle Leute und eine tolle Gemeinde.

Normalerweise müsste ich eigentlich total platt wieder nach Hause kommen, aber auf der Rückfahrt war ich so erfüllt von Jesus, dass ich die ganze Zeit im Regionalexpress Lobpreislieder singen musste.

Trotzdem bin ich froh jetzt erstmal ein paar freie Tage zu haben und wieder Kraft für die nächsten Einsätze zu tanken.

P.S.: Was ich echt interessant finde: An allen drei Orten gab es Leute, die in ihrem Leben über länger Zeit in Berührung mit den Jesusfreaks gewesen sind. Selbst in dem kleinen Ort Freudenstadt gab es einige Menschen, die schon mal auf dem Freakstock waren und in irgendeiner Form von der Bewegung profitiert haben. Es gibt auch noch ein paar Photos, die liefere ich nach.

2 Kommentare:

julia hat gesagt…

Wie lieb du über uns "Emder" geschrieben hast! Die Woche hat uns Mitarbeitern auch viel Segen gebracht!

Lena hat gesagt…

Hey Martin,
ich hab mir gerade deine Predigt von Tabor angehört, da ich leider nicht dabei sein konnte und ich wollte mich bedanken bei dir! Danke für diese Predigt, hat mich total berührt und neue Hoffnung gegeben. ...Denn seine Liebe hört NIEMALS auf!