Sonntag, Juni 27, 2010

Ist Rauchen out?

Ich hab vor langer Zeit mal ein Buch geschenkt bekommen, was den Titel „Zukunftsvisionen“ trägt. Der amerikanisch Physiker Michio Kaku beschreibt, in wie weit die technische Entwicklung unser Leben in den nächsten 50-100 Jahren radikal verändern wird.
Aber er erzählt auch von Veränderungen, die in der Gesellschaft passieren werden, weil die Menschheit sich in ihrem Wissen immer weiterentwickelt. Eine Veränderung ist für ihn ganz deutlich, nämlich dass in 100 Jahren niemand mehr rauchen wird. Warum? Ganz schlicht gesagt: Rauchen ist einfach dumm.

Was bringt mich dazu einen Eintrag über das Rauchen zu schreiben? Ich hab selbst mit 15 das Rauchen angefangen und zwei Mal damit aufgehört. Das erste Mal gleich nach meiner Bekehrung und das war sehr leicht. Das zweite Mal, als ich in meiner Krise als Christ wieder angefangen hatte und das war höllisch schwer.
Wenn man sich die gesellschaftliche Entwicklung anschaut, kann man leicht feststellen, das Michio wohl recht hat. Eine Untersuchung zeigt: Immer weniger Jugendliche rauchen!. In den vergangenen sechs Jahren sind die jugendlichen Raucher von 24% auf 15% gesunken. Auch der Absatz an Zigaretten sinkt in jedem Jahr.

Bei meinem zweiten Mal aufhören, hab ich mir das berühmte Buch von Allan Carr "Endlich Nichtraucher" immer dann gegriffen, wenn ich mal wieder einen Schmachter nach einer Kippe hatte. Carr räumt in dem Buch mit einigen Lügen über das Rauchen auf. Unter anderem sagt er:
-Nikotin macht nicht wirklich körperlich abhängig. Der Entzug dauert nur einige Sekunden.
-Rauchen ist eine Sucht wie die Sucht nach Heroin, nur psychisch und daher noch schwerer zu besiegen. Dazu kommt, dass man Zigaretten überall kaufen kann.
-Nikotin ist ein starkes Nervengift, hundert mal mehr toxisch als Heroin (mit sauberen Heroin kannst du alt werden).
-Eigentlich ist es ganz einfach mit dem Rauchen aufzuhören, man muss nur sein Gehirn reprogrammieren.

Ich höre zur Zeit von überall her, dass Leute gerade mit dem Rauchen aufhören oder zumindest total genervt sind, dass sie immer noch rauchen. Nur bei den Christen ist das anscheinend eher umgekehrt. Auf jeden Fall hab ich in den letzten Monaten Geschwister getroffen, die erst vor kurzem mit dem Rauchen angefangen haben und das irgendwie zelebrieren. Ob die Christen auch hier mal wieder der Entwicklung der Welt hinterher hinken?

Dies ist schon mein zweiter Post zu dem Thema. Beschäftigt mich irgendwie. Daher noch mal am Ende ein großes „Sorry“: An alle lieben Brüder und Schwestern die gern an ihrer Kippe ziehen. Ich liebe Euch. Ich wollte Euch nicht angreifen. Raucht ruhig weiter. Trotzdem glaub ich, dass Rauchen bald megaout ist.

12 Kommentare:

Kugler hat gesagt…

Interessant dass du das ansprichst, ich habe mir da auch erst Gedanken dazu gemacht, wenn auch von einer anderen Seite her. Ich würde da einfach mal die These aufstellen dass nur Christen denen es geistlich schlecht geht rauchen. Pro/Kontra? Würde mich echt interessieren. Also ich für mich muss sagen dass ich noch keinen (geistlich fitten) geistlichen Leiter gesehen habe der raucht. Vielleicht liegts ja da dran dass geistliche Leiter einfach mehr Weisheit haben und Rauchen einfach nur dumm finden. Oder weil sie religiös sind und denken es wäre Sünde ;-) Ich habe für mich da noch keine Antwort gefunden aber wäre gespannt da Meinungen drüber zu hören …

Joachim S. Müller hat gesagt…

Rauchen ist, da es auch anderen schadet, vor alle, assozial.

juppi hat gesagt…

Verrückt, dass Du das hier ansprichst.
Ferry hat gestern/Freitag auch noch davon gepredigt.
Es ging um Freiheit.
Bei seiner Bekehrung hat Jesus ihn frei gemacht vom Rauchen und den ganzen anderen fiesen Sachen, die er seiner Gesundheit angetan hat und nach zwei Jahren hat er wieder angefangen und das war dann ein krasser Kampf, wieder aufzuhören.
Geistlich gesehen hatte er sich trotz Freiheit durch Jesus dafür entschieden, wieder Sklave zu sein.

overcome hat gesagt…

bei mir war das 2. mal aufhören einfacher

芸茂芸茂 hat gesagt…

走過路過~不能錯過~哈哈............................................................

juppi hat gesagt…

ist Bloggen out?

dPaul hat gesagt…

martin bitte entschuldige falls ich ungeduldig oder gar un"christlich" erscheinen mag.
ich glaube zutiefst dass die jesusrevolution in erster linie auch eine soziale ist. und erst in zweiter linie das im blick hat, was die/seine leute so "konsumieren".
ich denke bevor man den finger auf den lebensstil der menschen richtet, sollte man das soziale miteinander der menschen kritisieren/loben. ok, vllt kann man das rauchen aus sozialer sicht kritisieren, das mache ruhig. (wenn man bedenkt wieviel anbaufläche z.b. verloren geht).

komischerweise kenne ich mehr menschen mit sozialer denkweise die rauchen als solche die es nicht tun. und ein haufen dieser "militanten nichtraucher" haben sich als fans unseres knallharten marktsystems erwiesen. das mag vllt nicht deine erfahrung bestätigen, lässt sich aber dennoch von mir erfahren, weshalb es genausowenig falsch oder richtig sein kann.

auch ich liebe alle meine geschwister im glauben, obwohl wir vllt andere meinungen haben. vergebt mir, wenn mein kommentar euch irgendwie erzürnen sollte.

dPaul hat gesagt…

p.s.: ich hasse einfache antworten deshalb würde ich die antwort von kugler kritisieren wollen: warum ist der "normal-christliche" lebensstil in so feste bahnen zementiert? warum läuft es trotzdem so schief.

ich würde einfach mal die aussage verurteilen, dass ein christ(egal ob leiter oder nicht) sich durch einen bestimmten lebenswandel vor gott besser stellt. und seine authenzität hängt natürlich (wie du natürlich weisst martin) stark von der gruppe ab. jesus schickt seine jünger nicht immer auf "vernünftige" wege.

WICHTIG IST IMMER NUR, DAS MAN ALS CHRIST LERNT, GOTTES WEGE ZU AKZEPTIEREN.

Martin.D[x]D.nitraM hat gesagt…

Hey dPaul,

ein Leiter oder was auch immer stellt sich durch einen bestimmen Lebenswandel vor Gott NICHT besser. Aber es wäre besser für ihn, wenn er einen bestimmten Lebenswandel führen würde. Ein "sündiger" (Achtung!) Lebenswandel schadet ihm selbst und auch der Gemeinschaft, der er vorsteht. Man kann das nicht so leicht trennen, wie man sich das vielleicht wünscht. Übrigens auch, wenn man einen "demokratischen Leitungsstil" pflegt. Ich wollte das auch nie wahr haben, fand das "faschistisch" und sonst wie. Aber selbst wenn ich es anders propagiert habe, es nicht wollte, etc. muss ich doch feststellen, dass sogar bei den Jesusfreaks "Schafe" "Hirten" folgen, im Guten wie im Bösen.
Man kann dabei "freakmäßig" leiten, drauf sein, keine Frage. aber dieses "Freaksein" hatte für mich auch immer mehr etwas mit kulturellen Dingen zu tun (Musikstil, Klamotten, Läden wo man gerne rumhängt, Szene), nicht mit einem "sündigen" Lebensstil.

Martin.D[x]D.nitraM hat gesagt…

P.s.
Ich denke, dass "rauchen" und "sozialer Lebensstil" keinen direkten Zusammenhang haben. Tatsächlich hab ich es als Raucher schon so empfunden, dass man mit anderen Rauchern schneller gut klar kommt. Wohl auch, weil man eine gemeinsame "Schwäche" hat, die schnell einen gemeinsamen Nenner ausmacht (in der Uni war ich sofort im Raucherraum und hab dort schnell Freunde gefunden).

Ich wollte nur klar machen, dass ich glaube, dass Rauchen langsam "out" ist. Es kapieren immer mehr Leute, dass Rauchen eigentlich dumm ist und dass man eine faschistische Industrie damit unterstützt (Klu Klux Klan sollen Hauptanteilseigner von Marlboro sein, Zigarettenindustrie unterstützt die Waffenlobby in den USA, etc.)

dPaul hat gesagt…

danke dir für diesen nachtrag. denke ich kann deinen gedankengang jetzt besser nachvollziehen

Benjamin hat gesagt…

leider habe ich den Link nicht mehr. Dort wurde ein Studie durchgeführt, die genau das aussagt, was du in deinen Beitrag anschweifst. Christen hinken der "Welt" hinterher. Ich meine in der Studie wurde von etwa 5 bis 10 Jahren gesprochen. Ich merke es derzeit auch, dass gerade Rauchen und Kiffen in christlichen Kreisen "in" ist. Während unter meine "nicht-Christen-Freunde" die Anzahl immer mehr sinkt. Im Thema Alkohol ist es eher ausgeglichen. Wobei es hier insgesamt immer mehr Extreme gibt. Heißt welche die gar kein Schluck trinken und welche die sich gleich bis kurz vor dem Tod trinken.